Das Wichtigste: Girokonto ohne Schufa
- Kostenlose bzw. günstige Optionen: BforBank Girokonto ist bei regelmäßiger Nutzung kostenlos und sonst kostenpflichtig.
- Automatisch trotz Schufa: N26 kann bei nicht bestandenem Bonitätscheck automatisch N26 Flex anbieten. Aktuell kostet es 8,90 € pro Monat.
- Gesetzlicher Anspruch: Jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU hat Anspruch auf ein Basiskonto – auch ohne festen Wohnsitz. Wegen schlechter Schufa darf die Bank es nicht verweigern.
- Meist ohne Dispo: Die verglichenen Grundmodelle enthalten keinen vereinbarten Dispokredit. Ein Basiskonto begründet keinen Anspruch auf Kredit; geduldete oder technische Negativsalden können je nach Vertrag dennoch entstehen.
- Keine Schufa-Abfrage: Die reguläre Kontoeröffnung bei bunq, BforBank und MeineGiroKarte erfolgt ohne SCHUFA-Abfrage.
Was ist ein Girokonto ohne Schufa?
Ein Girokonto ohne Schufa ist meist entweder ein Guthabenkonto ohne Schufa-Abfrage oder ein Konto, das auch bei negativer Schufa eröffnet werden kann. Umgangssprachlich heißt das auch Bankkonto ohne Schufa oder „schufafreies Konto“. Im Kern gibt es dabei zwei grundlegende Wege:
- Keine Schufa-Abfrage
- Guthabenbasis, kein Dispo
- Oft mit Debitkarte statt Kreditkarte
- Teils kostenlos
- Deutsche IBAN nicht immer garantiert
- Eröffnung meist vollständig digital
- Marken: bunq, BforBank, MeineGiroKarte
- Gesetzlich geregeltes Zahlungskonto, z. B. bei Postbank oder Deutsche Bank
- Schufa-Prüfung möglich, Ablehnung aber nicht allein wegen negativer Schufa
- Darf nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen abgelehnt werden
- Z. B. Postbank 4,90 €, Deutsche Bank 6,90 € im Monat
- Kein Anspruch auf Dispo oder Kredit
- Banken: z. B. Postbank, Deutsche Bank, ING, Sparkassen
Geeignete Konten 2026 im Detail
Die folgenden Karten stellen bunq Core, BforBank Girokonto und N26 Flex im Detail vor. MeineGiroKarte, Postbank Giro Basis und Deutsche Bank Basiskonto finden Sie ebenfalls in der Vergleichstabelle oben.
1. bunq Core – Für mehrere Unterkonten & Nachhaltigkeit
bunq Core
bunq Core kostet 3,99 € im Monat und enthält eine physische und eine digitale Mastercard sowie fünf Konten mit eigener IBAN. Bei Anmeldung aus Deutschland wird eine deutsche IBAN vergeben. Die reguläre Kontoeröffnung erfolgt ohne SCHUFA-Abfrage. Die ersten fünf Abhebungen im Monat kosten je 0,99 €, danach je 2,99 €. Für eingehende Euro-Überweisungen fallen je 0,70 € an. Die Mastercard Credit arbeitet im Grundmodell mit vorhandenem Guthaben; ein gesondert beantragbarer Kreditrahmen ist nicht enthalten.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Keine Schufa-Abfrage
- Deutsche IBAN inklusive
- 5 Pockets mit eigener IBAN
- Eine physische und eine digitale Mastercard inklusive
- Apple Pay & Google Pay
Nachteile
- 3,99 €/Monat Grundgebühr
- Abhebungen: erste fünf je 0,99 €, danach 2,99 €
- Einlagensicherung Niederlande
- Kein Dispokredit
2. BforBank Girokonto – Kostenloses Girokonto ohne Schufa
Das Einstiegskonto der französischen BforBank enthält eine physische und eine virtuelle Visa-Debitkarte; die Eröffnung erfolgt ohne SCHUFA-Abfrage. Kostenlos bleibt es bei mindestens 1 Zahlung oder 1 Bargeldabhebung pro Monat, sonst kostet es 2 €. Drei EUR-Abhebungen pro Monat sind frei, danach kostet jede 1 €. Abhebungen und Kartenzahlungen in Fremdwährung kosten 1,95 %. Ein vereinbarter Dispo wird nicht angeboten; eine geduldete Überziehung kostet 16 % p. a.
Jetzt kostenlos eröffnen →Vorteile
- Keine Schufa-Abfrage
- Visa Debitkarte inklusive
- Kostenlos ab 1 Zahlung oder Abhebung pro Monat
- Einlage bis 100.000 € (FR)
Nachteile
- 2 €/Monat ohne Kartennutzung
- Fremdwährung: 1,95 %
- Einlagensicherung Frankreich
- Kein Dispokredit
3. N26 Flex – Option bei negativer Schufa mit deutscher Bank
N26 kann Flex automatisch anbieten, wenn die SCHUFA-Anforderungen für das Standardkonto nicht erfüllt sind. Flex lässt sich nicht frei auswählen und ist kein gesetzliches Basiskonto. Es kostet 8,90 € im Monat und enthält eine physische Mastercard; virtuelle Karten gibt es nicht. Jede Abhebung kostet 2 €, Kartenzahlungen in Fremdwährung 1,5 %.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Konto trotz negativer SCHUFA
- Mastercard Debit inklusive
- Modernes Mobile Banking
- Deutsche IBAN
- Einlage bis 100.000 € (DE)
Nachteile
- 8,90 €/Monat Grundgebühr
- 2 € pro Bargeldabhebung
- Nicht frei wählbar
- 1,5 % Fremdwährung, keine virtuelle Karte
Das Basiskonto – Ihr gesetzlicher Anspruch
Seit 2016 regelt das Zahlungskontengesetz das Basiskonto. Anspruch hat laut § 31 ZKG jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU – ausdrücklich auch Menschen ohne festen Wohnsitz, Asylsuchende und Geduldete. Eine negative SCHUFA allein ist kein Ablehnungsgrund. Nach einem ordnungsgemäßen Antrag muss die Bank innerhalb von zehn Geschäftstagen ein Vertragsangebot machen, sofern kein gesetzlicher Ablehnungsgrund besteht. Bei unrechtmäßiger Ablehnung oder Fristversäumnis können Sie bei der BaFin ein Verwaltungsverfahren beantragen.
Eine Ablehnung ist nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich, beispielsweise: wenn Sie in Deutschland bereits ein nutzbares Zahlungskonto haben (dazu darf sie eine Auskunftei fragen), wenn Sie in den letzten drei Jahren wegen einer vorsätzlichen Straftat gegen diese Bank verurteilt wurden, wenn ein Basiskonto bei derselben Bank im letzten Jahr wegen qualifizierten Zahlungsverzugs nach § 42 Absatz 3 Nummer 2 ZKG gekündigt wurde, oder wenn Pflichten nach dem Geldwäschegesetz nicht erfüllt werden können. Die genauen Voraussetzungen der §§ 35–37 ZKG bleiben entscheidend.
Was leistet das Basiskonto?
Zum Basiskonto gehören nach § 38 ZKG Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und Zahlungen mit einer Zahlungskarte. Einen Überziehungsrahmen muss die Bank nicht einräumen, eine Kreditkarte mit Kreditrahmen gehört nicht zum gesetzlichen Leistungsanspruch. Das Basiskonto kann auch als P-Konto geführt werden. Das Entgelt muss „angemessen“ sein (§ 41 ZKG); der Bundesgerichtshof hat 2020 einen Grundpreis von 8,99 € plus 1,50 € je beleghafter Buchung für unwirksam erklärt (XI ZR 119/19).
| Bank | Monatspreis | Besonderheit | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|
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0 € | girocard und Visa Debit inklusive; kein vereinbarter Dispo | DE, bis 100.000 € |
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4,90 € | Giro Basis, bis zu 2 Debitkarten | DE, bis 100.000 € |
Sparkasse
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je Sparkasse | Preise legt jede Sparkasse selbst fest | DE, Sparkassenverband |
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6,90 € | formlose Überweisung 8 € | DE, regulär bis 100.000 € |
Girokonto trotz Schufa: Welche Wege es gibt
Bei einem Konto ohne vereinbarten Kreditrahmen steht der Zahlungsverkehr mit vorhandenem Guthaben im Mittelpunkt. Wer ein Girokonto trotz negativer Schufa sucht, hat drei Möglichkeiten:
- Banken ohne Schufa-Abfrage: Die reguläre Kontoeröffnung bei bunq, BforBank und MeineGiroKarte erfolgt ohne SCHUFA-Abfrage. Identitäts- und sonstige gesetzliche Prüfungen bleiben erforderlich.
- Automatisches Ersatzkonto: N26 prüft beim Standardkonto die Bonität. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, kann N26 Flex angeboten bekommen – ein Konto trotz schlechter Schufa für 8,90 € im Monat.
- Basiskonto: Kreditinstitute, die Verbrauchern Zahlungskonten anbieten, unterliegen grundsätzlich dem Basiskontoanspruch; eine schlechte SCHUFA allein ist kein Ablehnungsgrund. Ein Basiskonto online eröffnen trotz Schufa geht zum Beispiel bei der Postbank (Giro Basis, 4,90 € im Monat).
Konto eröffnen trotz negativer Schufa: Was die Bank sieht
Auch ohne SCHUFA-Abfrage müssen Banken und E-Geld-Institute Sie identifizieren – das schreibt das Geldwäschegesetz vor. Ein Online Konto ohne Identitätsprüfung gibt es deshalb nicht. Beim Basiskonto darf die Bank eine Auskunftei nur fragen, um zu prüfen, ob Sie schon ein Konto in Deutschland haben.
Girokonto ohne Schufa mit deutscher IBAN
Bei Anmeldung aus Deutschland vergibt bunq eine deutsche IBAN. Auch N26-Konten für Kunden mit Wohnsitz in Deutschland, MeineGiroKarte mit Kontofunktion und die verglichenen Basiskonten deutscher Banken bieten eine DE-IBAN.
Konto ohne Schufa pfändungssicher: das P-Konto
Pfändungssicher wird ein Konto nicht durch den Verzicht auf die SCHUFA, sondern durch die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Nach § 850k ZPO kann eine natürliche Person die Führung ihres Zahlungskontos als P-Konto verlangen – auch bei einem Basiskonto oder negativem Saldo. Gemeinschaftskonten müssen dafür zunächst in Einzelkonten überführt werden. Ist das Konto schon gepfändet, muss die Umstellung zum Beginn des vierten auf das Verlangen folgenden Geschäftstages erfolgen. Jede Person darf nur ein P-Konto haben.
Seit dem 1. Juli 2026 sind automatisch 1.590 € pro Monat geschützt; für Unterhaltspflichten erhöht sich der Betrag. Bei MeineGiroKarte sind Einrichtung und Führung der P-Konto-Funktion kostenfrei. Dafür muss die optionale Kontofunktion für 5 € im Monat gebucht sein; zusätzlich kostet die Mastercard 6,50 € im Monat: zusammen 11,50 €. Einmalig fallen 39,90 € Aktivierung und 5,95 € Versand an; Überweisungen und Lastschriften kosten je 0,60 €. Ein Online P-Konto eröffnen trotz negativer Schufa ist damit möglich.
Konto eröffnen ohne Schufa: So geht es online
Bei bunq, BforBank, MeineGiroKarte und N26 können Sie den Antrag digital stellen. Identifikation, Annahme des Antrags und Freischaltung sind getrennte Schritte:
- Konto wählen: BforBank Girokonto für ein bei Nutzung kostenloses Konto und N26 Flex als mögliche Lösung bei negativer Schufa. Unsere Vergleichstabelle hilft bei der Entscheidung.
- App herunterladen & registrieren: Laden Sie die App von bunq, BforBank, MeineGiroKarte oder N26 herunter. Geben Sie E-Mail-Adresse, Handynummer und persönliche Daten ein.
- Identität nachweisen: Verwenden Sie die vom jeweiligen Institut unterstützten Ausweisdokumente und Identifizierungsverfahren. Je nach Fall können weitere Unterlagen erforderlich sein.
- Freischaltung und Karte: Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die Freischaltung. Versand und Verfügbarkeit virtueller Karten unterscheiden sich; N26 Flex enthält keine virtuelle Karte.
Fazit: Girokonto ohne Schufa ist oft auf Guthabenbasis möglich
Ein Girokonto ohne klassische Schufa-Prüfung ist 2026 vor allem über Guthabenkonten, Basiskonten, Fintech-Lösungen und Prepaid-Modelle realistisch. Wichtig ist, vorab zu prüfen, ob eine deutsche IBAN, Kartenzahlung, Überweisungen und Lastschriften im Alltag ausreichen.
Wer negative Schufa-Einträge hat, sollte besonders auf laufende Kosten, Pfändungsschutz, Bargeldoptionen und mögliche Einschränkungen achten. Für viele Nutzer ist ein solides Guthabenkonto die verlässlichere Lösung als ein Produkt mit unklaren Versprechen.
