Ratgeber · Konten

Geschäftskonto kündigen – So geht's richtig

Kündigungsfristen, Musterschreiben, häufige Fehler und was Sie vor der Kündigung unbedingt erledigen sollten – damit der Wechsel reibungslos klappt.

Redakteurin
11. Oktober 2026
ca. 12 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste in Kürze
  • Nach § 675h BGB können Kunden ein Geschäftskonto grundsätzlich jederzeit kündigen; eine vereinbarte Frist darf höchstens einen Monat betragen.
  • Bei Geschäftskunden darf von dieser Regel vertraglich abgewichen werden (§ 675e Abs. 4 BGB) – deshalb zählt am Ende der Kontovertrag samt AGB.
  • Im Voraus gezahlte Kontoführungsgebühren sind anteilig zu erstatten, und die Kündigung selbst darf nichts kosten.
  • Vor der Kündigung sollten Sie Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungspartner auf das neue Konto umstellen.
  • Ob die Kündigung schriftlich, per App, per Formular oder in der Filiale erfolgen muss, hängt vom Anbieter ab.
  • Steuerlich relevante Kontoauszüge sollten Sie vor der Schließung vollständig sichern und geordnet archivieren.
  • Ein Kontowechsel gelingt am sichersten, wenn das neue Geschäftskonto bereits aktiv eingerichtet ist.

Kündigungsgründe

Wann macht eine Kündigung Sinn?

Wer sein Geschäftskonto schließen will, hat es organisatorisch meist leicht – vorbereitet sein sollte der Wechsel trotzdem. Häufige Gründe für die Kündigung sind dauerhaft zu hohe Kontoführungsgebühren, unpassende Leistungen, fehlende Schnittstellen zur Buchhaltung, unzureichender Kundenservice oder ein Anbieterwechsel zu einem besser geeigneten Geschäftskonto.

Manchmal gibt es auch einen konkreten Anlass für die Kontoauflösung: Das Unternehmen wird beendet, die Rechtsform ändert sich, das bisherige Konto passt nicht mehr zum Geschäftsmodell oder die Bank stellt Bedingungen auf, die nicht mehr zum Unternehmen passen. Auch beim Wechsel vom Einzelunternehmen zu einer Kapitalgesellschaft ist oft ein neues Geschäftskonto auf den korrekten Firmennamen sinnvoll.

AGB prüfen
Kündigungsfrist und Kündigungsform zuerst kontrollieren
Neues Konto aktivieren
Erst wechseln, wenn die neue IBAN einsatzbereit ist
Unterlagen sichern
Kontoauszüge und Nachweise vor der Schließung exportieren

Einige Banken und Finanz-Apps unterstützen beim Kontowechsel, etwa durch Übersichten zu Zahlungspartnern oder Hilfen bei der Umstellung. Verlassen Sie sich trotzdem nicht ausschließlich darauf, sondern prüfen Sie alle relevanten Buchungen und Zahlungsempfänger selbst.


Fristen

Kündigungsfristen: Was Sie wissen müssen

Für Zahlungskonten gibt es einen gesetzlichen Rahmen: Nach § 675h BGB kann der Kontoinhaber den Zahlungsdiensterahmenvertrag jederzeit ohne Kündigungsfrist kündigen, sofern keine Kündigungsfrist vereinbart wurde. Die Vereinbarung einer Kündigungsfrist von mehr als einem Monat ist unwirksam. Die Bank selbst kann ordentlich nur kündigen, wenn der Vertrag unbefristet ist und ein Kündigungsrecht vereinbart wurde – mit einer Frist von mindestens zwei Monaten.

Wichtige Einschränkung bei Geschäftskonten: § 675e Abs. 4 BGB erlaubt, bei Zahlungsdienstnutzern, die keine Verbraucher sind, unter anderem § 675h ganz oder teilweise abzubedingen. Banken dürfen für Geschäftskunden also längere Fristen vereinbaren. Entscheidend ist deshalb immer, was in Ihrem Kontovertrag und den AGB steht.

Grobe Orientierung, keine geprüften Kündigungsbedingungen einzelner Banken: Die folgende Tabelle zeigt mögliche Regelungen und Kündigungswege. Aus dem Anbietertyp allein lässt sich keine verbindliche Frist oder Mindestlaufzeit ableiten. Prüfen Sie immer Ihren konkreten Kontovertrag.

Anbieter-Typ Mögliche Regelung Mindestlaufzeit Kündigung per
Klassische Filialbank individuell im Kontovertrag teilweise vorhanden schriftlich, Filiale oder Formular
Online-Bank / Neobank kurzfristig oder mit vereinbarter Frist vertraglich prüfen App, Formular, E-Mail oder Post je nach Anbieter
Sparkasse / Volksbank instituts- und vertragsabhängig abhängig vom Modell schriftlich oder in der Filiale
Genossenschaftsbank abhängig von Konto und Mitgliedschaft Mitgliedschaft gesondert prüfen schriftlich / Filiale
Achtung bei Genossenschaftsbanken: Wenn Sie zusätzlich Mitglied sind oder Genossenschaftsanteile halten, prüfen Sie die Satzung und klären Sie mit der Bank, ob Sie die Mitgliedschaft behalten möchten und welche Schritte für eine Beendigung nötig sind. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Kontokündigung diese Fragen automatisch erledigt.

Die Frist beginnt in der Regel mit dem Eingang Ihrer Kündigung bei der Bank. Wichtig ist, dass die Kündigung in der vom Anbieter vorgesehenen Form wirksam eingeht und der Zugang im Zweifel nachvollziehbar ist.

Bekomme ich Kontoführungsgebühren zurück?

Ja, in der Regel anteilig. § 675h Abs. 3 BGB regelt: Regelmäßig erhobene Entgelte sind nur bis zur Beendigung des Vertrags zu zahlen, im Voraus gezahlte Entgelte für die Zeit danach sind anteilig zu erstatten. Für die Kündigung selbst darf die Bank kein Entgelt verlangen (§ 675h Abs. 4 BGB). Auch hier gilt die Einschränkung aus § 675e Abs. 4 BGB: Bei Geschäftskonten kann der Vertrag abweichende Regelungen enthalten – ein Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis lohnt sich.

Wenn die Bank das Geschäftskonto kündigt

Auch der umgekehrte Fall kommt vor. Nach § 675h Abs. 2 BGB kann die Bank den Zahlungsdiensterahmenvertrag ordentlich kündigen, wenn er auf unbestimmte Zeit läuft und ein Kündigungsrecht vereinbart ist; die Frist beträgt dann mindestens zwei Monate. Bei Nichtverbrauchern sind abweichende Vereinbarungen nach § 675e Abs. 4 BGB möglich. Eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund setzt nach § 314 BGB voraus, dass die Fortsetzung unter Abwägung der beiderseitigen Interessen unzumutbar ist; bei Vertragsverletzungen ist grundsätzlich zunächst eine Abhilfefrist oder Abmahnung erforderlich. Wird Ihr Geschäftskonto gekündigt, sollten Sie sofort ein neues Konto eröffnen, die Bank um eine schriftliche Begründung bitten und alle Zahlungspartner umstellen.


Vorbereitung

Checkliste: Was Sie vor der Kündigung erledigen müssen

Das Kündigen selbst dauert fünf Minuten. Die Vorbereitung entscheidet darüber, ob danach alles reibungslos läuft – oder ob plötzlich Gehaltszahlungen ins Leere laufen oder Lastschriften fehlschlagen. Gehen Sie diese Liste Schritt für Schritt durch, bevor Sie das Kündigungsschreiben absenden.

Vor der Kündigung – Ihre To-do-Liste
1 Neues Konto vorbereiten
2 Zahlungen und Vertragspartner umstellen
3 Altes Konto sauber abschließen
Tipp: Viele Buchhaltungstools zeigen wiederkehrende Buchungen und Zahlungspartner übersichtlich an. Das kann die Umstellung auf ein neues Geschäftskonto deutlich erleichtern.

Kontowechsel

Kontowechselservice: Gilt er auch für Geschäftskonten?

Beim privaten Girokonto gibt es die gesetzliche Kontowechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG): Die neue Bank fordert die Daten an, die alte liefert, Daueraufträge und Lastschriften werden übernommen. Der Haken: Dieser Anspruch gilt nur für Verbraucher. Wer ein Geschäftskonto wechseln möchte, hat keinen gesetzlichen Anspruch auf den Kontowechselservice.

Kontowechselservice Privates Girokonto Geschäftskonto
Gesetzlicher Anspruch Ja, nach dem Zahlungskontengesetz Nein – nur freiwillige Angebote der Banken
Fristen Neue Bank fragt binnen zwei Geschäftstagen nach Erhalt der Ermächtigung an; die alte Bank liefert binnen fünf Geschäftstagen nach Erhalt der Aufforderung Je nach Anbieter, ohne gesetzliche Vorgabe
Daten aus dem Altkonto Bestehende Daueraufträge, verfügbare Informationen zu Lastschriftmandaten sowie eingehende Überweisungen und vom Zahlungsempfänger veranlasste Lastschriften der letzten 13 Monate Selbst exportieren und prüfen

Kontowechselservice Geschäftskonto: Einige Banken bieten ihn trotzdem für Geschäftskunden an oder stellen wenigstens eine Liste der Zahlungspartner bereit. Fragen Sie beim neuen Anbieter nach, bevor Sie kündigen – und planen Sie im Zweifel ein, die Umstellung selbst zu erledigen.


Schritt für Schritt

Schritt-für-Schritt: So kündigen Sie korrekt

Die eigentliche Kündigung ist schnell erledigt – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Gehen Sie diese Schritte der Reihe nach durch, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

  1. AGB der Bank prüfen: Schauen Sie in Ihren Kontovertrag oder die AGB Ihrer Bank: Welche Kündigungsfrist gilt? Gibt es eine besondere Form (schriftlich, per App, in der Filiale)?
  2. Neues Konto eröffnen: Eröffnen Sie zuerst das neue Konto – erst wenn die IBAN vorliegt, können Sie alle Zahlungspartner korrekt informieren und den Wechsel vorbereiten.
  3. Vorbereitungen abschließen: Alle Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungspartner umgestellt? Alle Kontoauszüge exportiert? Erst dann kündigen.
  4. Kündigung in der richtigen Form vorbereiten: Nutzen Sie das Musterschreiben weiter unten, wenn Ihre Bank eine schriftliche Kündigung verlangt. Achten Sie in jedem Fall auf vollständige Angaben wie Name, Adresse, Kontonummer, IBAN und gewünschtes Auflösungsdatum.
  5. Kündigung absenden und Zugang dokumentieren: Senden Sie die Kündigung in der von der Bank vorgesehenen Form ab. Wenn ein schriftliches Schreiben erforderlich ist, kann ein Versand mit Zugangsnachweis sinnvoll sein.
  6. Bestätigung der Bank abwarten: Die meisten Banken senden eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Bewahren Sie dieses Dokument auf – Sie brauchen es im Zweifel als Nachweis.
  7. Guthaben übertragen, Konto auflösen: Kurz vor dem Stichtag: verbleibendes Guthaben auf das neue Konto überweisen. Danach sollte das alte Konto geschlossen werden – prüfen Sie anschließend die Abschlussabrechnung der Bank sorgfältig.

Musterschreiben

Musterschreiben: Kündigung Geschäftskonto

Konto kündigen: Vorlage zum Kopieren. Verwenden Sie dieses Muster als Vorlage, passen Sie die markierten Felder an Ihre Daten an und senden Sie das Schreiben in der Form, die Ihre Bank laut Vertrag oder AGB verlangt. Das Schreiben passt auch, wenn Sie ein anderes Bankkonto kündigen: Vorlage anpassen, Kontonummer und IBAN eintragen, fertig.

Musterschreiben – Kündigung Geschäftskonto

[Ihr vollständiger Name / Firmenname]
[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]

[Name der Bank]
[Adresse der Bank]

[Ort], [Datum]

Kündigung meines Geschäftskontos
Kontonummer: [Ihre Kontonummer]
IBAN: [Ihre IBAN]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das oben genannte Geschäftskonto fristgerecht zum [gewünschtes Datum, z. B. 31.12.2026], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.

Ich bitte Sie, mir den Kontostand zum Kündigungstermin sowie die Auflösungsbestätigung schriftlich zuzusenden. Ein etwaiges Restguthaben bitte ich auf folgendes Konto zu überweisen:

IBAN des neuen Kontos: [neue IBAN]
BIC: [neuer BIC]
Kreditinstitut: [Name der neuen Bank]

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung sowie das genaue Auflösungsdatum.

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift]
[Name]

Tipp: Bei einigen digitalen Anbietern kann die Kündigung direkt im Banking-Bereich, per Formular oder in der App angestoßen werden. Maßgeblich ist aber immer, welche Kündigungsform im Kontovertrag oder in den AGB vorgesehen ist. Prüfen Sie deshalb vor dem Absenden, ob zusätzliche Angaben oder Nachweise verlangt werden.

Anbieter

Geschäftskonto bei einzelnen Banken kündigen

Für Firmenkonten gilt derselbe gesetzliche Rahmen, die vertraglichen Kündigungsbedingungen und Wege können sich aber unterscheiden. Prüfen Sie beim jeweiligen Anbieter, ob Sie etwa ein Schreiben, ein Formular oder eine Funktion im Banking-Bereich nutzen können. Unsere Tests helfen bei der Einordnung der einzelnen Banken; verbindlich für Ihre Kündigung sind Ihr Vertrag und die aktuellen Bedingungen:

Wenn Sie Ihr Konto kündigen, prüfen Sie vor dem Absenden, ob der Anbieter ein eigenes Formular verlangt und ob neben dem Konto weitere Produkte wie Karten, Kredite oder eine Mitgliedschaft gesondert gekündigt werden müssen.


Fehler vermeiden

Die 4 häufigsten Fehler bei der Kündigung

Viele Selbstständige machen beim Kontowechsel dieselben Fehler – die dann Wochen oder Monate später zu Problemen führen. Hier sind die größten Stolperfallen:

Fehler 1: Kündigen, bevor das neue Konto eingerichtet ist

Klingt offensichtlich, passiert aber häufig. Wer kündigt, bevor das neue Konto eröffnet und funktionsfähig ist, riskiert, dass eingehende Zahlungen nirgendwo ankommen. Zuerst öffnen, dann kündigen.

Häufiger Fehler: Ein häufiger Fehler ist, die Kündigung in einer Form abzuschicken, die die Bank gar nicht vorsieht. Ob E-Mail, Formular, App, Filiale oder schriftliches Schreiben zulässig ist, ergibt sich aus dem Kontovertrag oder den AGB. Im Zweifel sollten Sie die von der Bank ausdrücklich vorgesehene Form wählen und den Zugang dokumentieren.

Fehler 2: Laufende Abbuchungen vergessen

Steuervorauszahlungen, Versicherungsprämien, Software-Abos, Miete für das Büro – all das wird oft jahrelang automatisch abgebucht und gerät in Vergessenheit. Eine fehlgeschlagene Lastschrift kostet Gebühren und kann im schlimmsten Fall Verträge gefährden.

Fehler 3: Kontoauszüge nicht sichern

Nach der Kontoauflösung haben Sie in der Regel keinen Zugriff mehr auf alte Kontoauszüge im Online-Banking. Sichern Sie vor der Kontoauflösung alle steuerlich relevanten Kontoauszüge und Unterlagen vollständig. Für aufbewahrungspflichtige Geschäftsunterlagen gelten je nach Dokument gesetzliche Aufbewahrungsfristen, weshalb ein vollständiger Export vor der Schließung sehr wichtig ist.

Fehler 4: Hinterlegte Bankverbindung nicht rechtzeitig aktualisieren

Steuererstattungen und Lastschriften für Vorauszahlungen laufen über die beim Finanzamt hinterlegte Bankverbindung. Eine fehlende Aktualisierung verzögert Erstattungen oder führt zu Lastschrift-Rückgaben – mit möglichen Mahngebühren.


Steuerfragen

Steuerliche Pflichten beim Kontowechsel

Beim Wechsel oder bei der Schließung eines Geschäftskontos geht es nicht nur um die Kündigung selbst. Wichtig ist auch, dass steuerlich relevante Unterlagen gesichert und Zahlungsdaten an allen wichtigen Stellen rechtzeitig aktualisiert werden.

Acht oder zehn Jahre? Rechnungen sind für Zwecke der Umsatzsteuer grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren (§ 14b UStG). Für Buchungsbelege, etwa Kontoauszüge mit Belegfunktion, gelten nach § 147 Abs. 3 AO ebenfalls acht Jahre; Bücher, Aufzeichnungen, Inventare und Jahresabschlüsse sind grundsätzlich zehn Jahre aufzubewahren. Steuerlich relevante Unterlagen können länger benötigt werden, wenn die betreffende Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Kontoschließung verkürzt diese Fristen nicht. Zur Rechnungsarchivierung lesen Sie auch Rechnungen schreiben als Selbstständiger und E-Rechnung 2027.

Pflicht Zeitpunkt Wo relevant?
Kontoauszüge und Buchungsunterlagen sichern vor Kontoschließung Buchhaltung / Steuerunterlagen
Neue Bankverbindung für Steuerzahlungen prüfen nach Eröffnung des neuen Kontos Finanzamt / ELSTER
SEPA-Mandate und Lastschriften aktualisieren vor dem nächsten Fälligkeitstermin Finanzamt, Versicherungen, Anbieter
Zahlungsdaten in Buchhaltungssoftware anpassen zeitnah nach Kontowechsel Buchhaltung / Steuerberatung
Geschäftspartner und Vertragspartner informieren vor bzw. direkt nach dem Wechsel Rechnungen / Zahlungseingänge

Bevor das alte Geschäftskonto geschlossen wird, sollten alle relevanten Auszüge und Buchungsdaten vollständig gesichert sein. Genau das wird beim Kontowechsel am häufigsten unterschätzt.

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der Kontovertrag und die AGB Ihrer Bank; bei Streit über eine Kündigung durch die Bank kann eine anwaltliche Prüfung sinnvoll sein.

FAQ

Häufige Fragen zur Kündigung eines Geschäftskontos

Kann ich ein Geschäftskonto jederzeit kündigen? +
Nach § 675h BGB können Sie den Kontovertrag grundsätzlich jederzeit kündigen; eine vereinbarte Kündigungsfrist darf einen Monat nicht überschreiten. Bei Geschäftskonten darf davon vertraglich abgewichen werden (§ 675e Abs. 4 BGB), deshalb entscheiden am Ende Kontovertrag und AGB Ihrer Bank.
Wie löse ich ein Geschäftskonto auf? +
Erst das neue Konto eröffnen, dann Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungspartner umstellen, Kontoauszüge sichern und zuletzt in der vorgesehenen Form kündigen. Ein Geschäftskonto auflösen können Sie je nach Anbieter schriftlich, per Formular, im Banking-Bereich oder in der Filiale – das Restguthaben überweisen Sie vorher auf das neue Konto.
Muss das neue Konto schon eröffnet sein, bevor ich kündige? +
In der Praxis ist das sehr zu empfehlen. Erst mit einer neuen IBAN können Sie Zahlungspartner umstellen, Daueraufträge anpassen und das alte Konto sauber ohne Unterbrechungen schließen.
Gibt es einen Kontowechselservice für Geschäftskonten? +
Einen gesetzlichen Anspruch nicht: Die Kontowechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz gilt nur für Verbraucher. Manche Banken bieten den Service für Geschäftskunden freiwillig an – fragen Sie vor der Kündigung beim neuen Anbieter nach.
Was passiert mit Daueraufträgen und Lastschriften? +
Diese werden nicht automatisch überall übernommen. Sie sollten alle regelmäßigen Zahlungen und Abbuchungen vor der Kontoschließung prüfen und rechtzeitig auf das neue Konto umstellen.
Bekomme ich Kontoführungsgebühren nach der Kündigung zurück? +
Im Voraus gezahlte, regelmäßig erhobene Entgelte sind nach § 675h Abs. 3 BGB anteilig zu erstatten, und für die Kündigung selbst darf kein Entgelt verlangt werden. Bei Geschäftskonten kann der Vertrag abweichende Regelungen enthalten, deshalb lohnt der Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis.
Kann die Bank mein Geschäftskonto kündigen? +
Ja. Nach § 675h Abs. 2 BGB kann die Bank einen unbefristeten Zahlungsdiensterahmenvertrag mit vereinbartem Kündigungsrecht ordentlich mit mindestens zwei Monaten Frist kündigen. Bei Nichtverbrauchern sind vertragliche Abweichungen nach § 675e Abs. 4 BGB möglich. Eine fristlose Kündigung setzt einen wichtigen Grund nach § 314 BGB voraus; bei Vertragsverletzungen ist grundsätzlich zunächst eine Abhilfefrist oder Abmahnung erforderlich.
Wie kann ich meine Geschäftsbeziehung mit der Bank kündigen? +
Kündigen Sie schriftlich und nennen Sie alle betroffenen Produkte: Konto, Karten, Kredite und gegebenenfalls eine Genossenschaftsmitgliedschaft. Lassen Sie sich Eingang und Auflösungsdatum bestätigen und bewahren Sie die Bestätigung auf.
Reicht eine E-Mail für die Kündigung aus? +
Nicht immer. Ob E-Mail, App, Formular, Filiale oder schriftliches Schreiben zulässig ist, ergibt sich aus den Bedingungen Ihrer Bank. Maßgeblich ist immer die dort vorgesehene Kündigungsform.
Wie lange sollte ich Kontoauszüge nach der Kündigung aufbewahren? +
Steuerlich relevante Kontoauszüge und Buchungsunterlagen sollten vor der Auflösung vollständig gesichert und entsprechend der geltenden Aufbewahrungsfristen archiviert werden. Nach der Schließung ist der Zugriff im Online-Banking oft nicht mehr möglich.
Worauf muss ich steuerlich beim Kontowechsel achten? +
Wichtig sind vor allem die vollständige Sicherung aller steuerlich relevanten Unterlagen sowie die rechtzeitige Aktualisierung der Bankverbindung bei Finanzamt, Buchhaltung, Versicherungen und weiteren Zahlungspartnern.

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