- Die Kündigungsfrist für ein Geschäftskonto ergibt sich in der Regel aus den AGB der Bank oder dem Kontovertrag.
- Vor der Kündigung sollten Sie Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungspartner auf das neue Konto umstellen.
- Ob die Kündigung schriftlich, per App, per Formular oder in der Filiale erfolgen muss, hängt vom Anbieter ab.
- Steuerlich relevante Kontoauszüge sollten Sie vor der Schließung vollständig sichern und geordnet archivieren.
- Ein Kontowechsel gelingt am sichersten, wenn das neue Geschäftskonto bereits aktiv eingerichtet ist.
Kündigungsgründe
Wann macht eine Kündigung Sinn?
Ein Geschäftskonto zu kündigen ist organisatorisch meist unkompliziert, sollte aber gut vorbereitet werden. Häufige Gründe für die Kündigung sind dauerhaft zu hohe Kontoführungsgebühren, unpassende Leistungen, fehlende Schnittstellen zur Buchhaltung, unzureichender Kundenservice oder ein Anbieterwechsel zu einem besser geeigneten Geschäftskonto.
Manchmal gibt es auch einen konkreten Anlass für die Kontoauflösung: Das Unternehmen wird beendet, die Rechtsform ändert sich, das bisherige Konto passt nicht mehr zum Geschäftsmodell oder die Bank stellt Bedingungen auf, die nicht mehr zum Unternehmen passen. Auch beim Wechsel vom Einzelunternehmen zu einer Kapitalgesellschaft ist oft ein neues Geschäftskonto auf den korrekten Firmennamen sinnvoll.
Einige Banken und Finanz-Apps unterstützen beim Kontowechsel, etwa durch Übersichten zu Zahlungspartnern oder Hilfen bei der Umstellung. Verlassen Sie sich trotzdem nicht ausschließlich darauf, sondern prüfen Sie alle relevanten Buchungen und Zahlungsempfänger selbst.
Fristen
Kündigungsfristen: Was Sie wissen müssen
Das Geschäftskontorecht kennt keine einheitliche gesetzliche Kündigungsfrist. Stattdessen gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Ihrer Bank – und die unterscheiden sich teils erheblich.
| Anbieter-Typ | Übliche Regelung laut Anbieter | Mindestlaufzeit | Kündigung per |
|---|---|---|---|
| Klassische Filialbank | oft individuell laut Kontovertrag | teilweise vorhanden | schriftlich, Filiale oder Formular |
| Online-Bank / Neobank | oft kurzfristig oder flexibel | meist keine | App, Formular, E-Mail oder Post je nach Anbieter |
| Sparkasse / Volksbank | laut jeweiligem Institut | abhängig vom Modell | schriftlich oder in der Filiale |
| Genossenschaftsbank | abhängig von Konto und Mitgliedschaft | Mitgliedschaft gesondert prüfen | schriftlich / Filiale |
Die Frist beginnt in der Regel mit dem Eingang Ihrer Kündigung bei der Bank. Wichtig ist, dass die Kündigung in der vom Anbieter vorgesehenen Form wirksam eingeht und der Zugang im Zweifel nachvollziehbar ist.
Vorbereitung
Checkliste: Was Sie vor der Kündigung erledigen müssen
Das Kündigen selbst dauert fünf Minuten. Die Vorbereitung entscheidet darüber, ob danach alles reibungslos läuft – oder ob plötzlich Gehaltszahlungen ins Leere laufen oder Lastschriften fehlschlagen. Gehen Sie diese Liste Schritt für Schritt durch, bevor Sie das Kündigungsschreiben absenden.
Schritt für Schritt
Schritt-für-Schritt: So kündigen Sie korrekt
Die eigentliche Kündigung ist schnell erledigt – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Gehen Sie diese Schritte der Reihe nach durch, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
- AGB der Bank prüfen: Schauen Sie in Ihren Kontovertrag oder die AGB Ihrer Bank: Welche Kündigungsfrist gilt? Gibt es eine besondere Form (schriftlich, per App, in der Filiale)?
- Neues Konto eröffnen: Eröffnen Sie zuerst das neue Konto – erst wenn die IBAN vorliegt, können Sie alle Zahlungspartner korrekt informieren und den Wechsel vorbereiten.
- Vorbereitungen abschließen: Alle Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungspartner umgestellt? Alle Kontoauszüge exportiert? Erst dann kündigen.
- Kündigung in der richtigen Form vorbereiten: Nutzen Sie das Musterschreiben weiter unten, wenn Ihre Bank eine schriftliche Kündigung verlangt. Achten Sie in jedem Fall auf vollständige Angaben wie Name, Adresse, Kontonummer, IBAN und gewünschtes Auflösungsdatum.
- Kündigung absenden und Zugang dokumentieren: Senden Sie die Kündigung in der von der Bank vorgesehenen Form ab. Wenn ein schriftliches Schreiben erforderlich ist, kann ein Versand mit Zugangsnachweis sinnvoll sein.
- Bestätigung der Bank abwarten: Die meisten Banken senden eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Bewahren Sie dieses Dokument auf – Sie brauchen es im Zweifel als Nachweis.
- Guthaben übertragen, Konto auflösen: Kurz vor dem Stichtag: verbleibendes Guthaben auf das neue Konto überweisen. Danach sollte das alte Konto geschlossen werden – prüfen Sie anschließend die Abschlussabrechnung der Bank sorgfältig.
Musterschreiben
Musterschreiben: Kündigung Geschäftskonto
Verwenden Sie dieses Muster als Vorlage. Passen Sie die markierten Felder an Ihre Daten an und senden Sie das Schreiben in der Form, die Ihre Bank laut Vertrag oder AGB verlangt.
[Ihr vollständiger Name / Firmenname]
[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]
[Name der Bank]
[Adresse der Bank]
[Ort], [Datum]
Kündigung meines Geschäftskontos
Kontonummer: [Ihre Kontonummer]
IBAN: [Ihre IBAN]
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich das oben genannte Geschäftskonto fristgerecht zum nächstmöglichen Termin, spätestens jedoch zum [gewünschtes Datum, z. B. 30.06.2026].
Ich bitte Sie, mir den Kontostand zum Kündigungstermin sowie die Auflösungsbestätigung schriftlich zuzusenden. Ein etwaiges Restguthaben bitte ich auf folgendes Konto zu überweisen:
IBAN des neuen Kontos: [neue IBAN]
BIC: [neuer BIC]
Kreditinstitut: [Name der neuen Bank]
Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung sowie das genaue Auflösungsdatum.
Mit freundlichen Grüßen,
[Unterschrift]
[Name]
Fehler vermeiden
Die 4 häufigsten Fehler bei der Kündigung
Viele Selbstständige machen beim Kontowechsel dieselben Fehler – die dann Wochen oder Monate später zu Problemen führen. Hier sind die größten Stolperfallen:
Fehler 1: Kündigen, bevor das neue Konto eingerichtet ist
Klingt offensichtlich, passiert aber häufig. Wer kündigt, bevor das neue Konto eröffnet und funktionsfähig ist, riskiert, dass eingehende Zahlungen nirgendwo ankommen. Zuerst öffnen, dann kündigen.
Fehler 2: Laufende Abbuchungen vergessen
Steuervorauszahlungen, Versicherungsprämien, Software-Abos, Miete für das Büro – all das wird oft jahrelang automatisch abgebucht und gerät in Vergessenheit. Eine fehlgeschlagene Lastschrift kostet Gebühren und kann im schlimmsten Fall Verträge gefährden.
Fehler 3: Kontoauszüge nicht sichern
Nach der Kontoauflösung haben Sie in der Regel keinen Zugriff mehr auf alte Kontoauszüge im Online-Banking. Sichern Sie vor der Kontoauflösung alle steuerlich relevanten Kontoauszüge und Unterlagen vollständig. Für aufbewahrungspflichtige Geschäftsunterlagen gelten je nach Dokument gesetzliche Aufbewahrungsfristen, weshalb ein vollständiger Export vor der Schließung sehr wichtig ist.
Fehler 4: Hinterlegte Bankverbindung nicht rechtzeitig aktualisieren
Steuererstattungen und Lastschriften für Vorauszahlungen laufen über die beim Finanzamt hinterlegte Bankverbindung. Eine fehlende Aktualisierung verzögert Erstattungen oder führt zu Lastschrift-Rückgaben – mit möglichen Mahngebühren.
Steuerfragen
Steuerliche Pflichten beim Kontowechsel
Beim Wechsel oder bei der Schließung eines Geschäftskontos geht es nicht nur um die Kündigung selbst. Wichtig ist auch, dass steuerlich relevante Unterlagen gesichert und Zahlungsdaten an allen wichtigen Stellen rechtzeitig aktualisiert werden.
| Pflicht | Zeitpunkt | Wo relevant? |
|---|---|---|
| Kontoauszüge und Buchungsunterlagen sichern | vor Kontoschließung | Buchhaltung / Steuerunterlagen |
| Neue Bankverbindung für Steuerzahlungen prüfen | nach Eröffnung des neuen Kontos | Finanzamt / ELSTER |
| SEPA-Mandate und Lastschriften aktualisieren | vor dem nächsten Fälligkeitstermin | Finanzamt, Versicherungen, Anbieter |
| Zahlungsdaten in Buchhaltungssoftware anpassen | zeitnah nach Kontowechsel | Buchhaltung / Steuerberatung |
| Geschäftspartner und Vertragspartner informieren | vor bzw. direkt nach dem Wechsel | Rechnungen / Zahlungseingänge |
Bevor das alte Geschäftskonto geschlossen wird, sollten alle relevanten Auszüge und Buchungsdaten vollständig gesichert sein. Genau das wird beim Kontowechsel am häufigsten unterschätzt.
Häufige Fragen zur Kündigung eines Geschäftskontos
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