Das Wichtigste: Depotübertrag mit Prämie
- Höchste Prämie: Die Deutsche Bank zahlt 0,5 % des übertragenen Depotwerts, maximal 7.500 € (ab 10.000 €, Aktion bis 31.12.2026). Bei maxblue sind es 0,5 % bis 500 €.
- TARGOBANK: 0,75 % ab 7.000 € Übertrag, maximal 5.000 € – auch für Bestandskunden.
- Consorsbank: Statt Bargeld gibt es 4 % Tagesgeldzins für sechs Monate auf bis zu 50.000 €. Voraussetzung: mindestens 20.000 € Übertrag und Schließung des alten Depots.
- Fidelity: bis zu 5.000 € in Fondsanteilen ab 10.000 € Übertrag.
- Kosten und Dauer: Die alte Bank darf für den Depotübertrag keine Gebühr verlangen (BGH 2004). Der Übertrag soll längstens drei Wochen dauern.
- Steuern: Der Übertrag auf ein eigenes Depot löst keine Steuer aus. Zinsprämien wie bei der Consorsbank sind Kapitalerträge.
Welche Arten von Depotübertrag-Prämien es gibt und wie sie funktionieren
Nicht jede Depotwechsel-Aktion funktioniert gleich. Ob die Bank es Depotübertrag Bonus, Depotwechselprämie oder Sonderzins nennt: Je nach Anbieter erhalten Anleger eine Geldprämie, Fondsanteile, einen Zinsvorteil oder günstigere Orders. Die gängigsten Modelle im Überblick:
Depotwechsel Prämie 2026: Welche Angebote sich im September lohnen
1. Consorsbank — 4 % Tagesgeld für 6 Monate
Consorsbank Depot
Bis zur Erfüllung der Bedingung gibt es 1 % p.a. aufs Tagesgeld. Wer innerhalb von drei Monaten nach Depoteröffnung Wertpapiere im Wert von mindestens 20.000 € überträgt und das alte Depot schließt, erhält 4 % p.a. für sechs Monate auf bis zu 50.000 € – bei vollem Betrag also rund 1.000 € Zinsen. Neukunde ist, wer in den letzten sechs Monaten kein Konto und kein Depot bei der Consorsbank hatte. Die Aktion gilt für Anträge ab dem 13. Mai 2026 und hat kein festes Enddatum; die Bank kann sie jederzeit beenden.
Jetzt Prämie sichern →Vorteile
- 4 % p.a. Tagesgeld für 6 Monate
- 0,95 € Handelsplatzkosten pro Order (Eröffnungsmonat + 12 Monate)
- Kostenlose ETF-Partnersparpläne
Nachteile
- Zinsvorteil nur bis 50.000 €
- Nur für Neukunden (6 Monate ohne Konto/Depot)
- Mindestens 20.000 € Übertrag und Schließung des Altdepots
- Die Consorsbank Depotübertrag Prämie sind Zinsen, kein Bargeld
2. TARGOBANK — 0,75 % bis 5.000 €, auch für Bestandskunden
TARGOBANK Klassik- und Plus-Depot
Die TARGOBANK vergütet übertragene Bestände ab 7.000 € mit 0,75 % des Kurswerts, maximal 5.000 € pro Kundenverbindung. Beim Klassik-Depot zählen nur übertragene Investmentfonds, beim Plus-Depot alle übertragenen Wertpapiere. Die Aktion gilt für Neu- und Bestandskunden; Papiere, die in den letzten 24 Monaten schon bei der TARGOBANK lagen, zählen nicht. Die Wertpapiere müssen „mindestens ein Jahr lang“ im Depot bleiben. Die Depotführung ist mit Online-Postfach kostenlos.
Jetzt Prämie sichern →Vorteile
- Bis zu 5.000 € Wechselprämie
- Für Neu- und Bestandskunden
- Beim Plus-Depot für alle Wertpapierarten, 50 Free-Trades pro Jahr
Nachteile
- Mindestens 7.000 € Übertrag
- Beim TARGOBANK Depotübertrag zwölf Monate Mindesthaltedauer
- Beim Klassik-Depot zählen nur Fonds
3. Deutsche Bank und maxblue — 0,5 % bis 31.12.2026
Die Deutsche Bank zahlt als Depotwechsel-Prämie 0,5 % des Werts der übertragenen Wertpapiere, maximal 7.500 €. Mindestens 10.000 € müssen übertragen werden und mindestens ein Jahr bei der Deutschen Bank bleiben. Die Aktion ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet. Die volle Prämie gibt es damit erst ab 1,5 Mio. € Depotwert. Bestandskunden bekommen die Prämie nur für Wertpapiere, die über ihren Bestand vom 31.12.2025 hinausgehen. Das db PrivatDepot Comfort kostet 0,14 % p.a., mindestens 19,99 € im Jahr.
Beim maxblue Depotübertrag gelten dieselben Bedingungen mit kleinerem Rahmen: 0,5 % ab 5.000 € Übertrag, maximal 500 €. Das maxblue Depot ist kostenlos, eine Order kostet mindestens 8,90 €.
4. Fidelity — bis 5.000 € in Fondsanteilen
Fidelity zahlt die Prämie nicht als Geld aus, sondern in Anteilen des Fidelity Funds – Global Dividend Fund. Sie beginnt bei 50 € für 10.000 € Übertrag und erreicht 5.000 € bei 1 Mio. €. ETFs, Indexfonds, Geldmarktfonds sowie Fonds von Union Investment und Deka zählen nicht mit. Die Mindesthaltedauer beträgt 12 Monate, es gibt „nur eine Prämie pro Person“. Das FondsdepotPlus ist ab 20.000 € Depotvolumen kostenlos, sonst kostet es 0,25 % p.a. (mindestens 25 €, höchstens 45 €).
Weitere Broker: Scalable, comdirect, ING, DKB
Bei diesen Brokern stehen Kosten und Neukundenkonditionen im Vordergrund. Stand 18.09.2026:
- Scalable Capital: Die letzte Scalable Depotübertrag Prämie (bis 2.500 €) lief vom 18.12.2025 bis 15.01.2026.
- comdirect: Neukunden erhalten bis 150 € Prämie und zahlen drei Jahre lang 3,90 € pro Order (Aktion bis 01.11.2026). Ein comdirect Depotübertrag lohnt sich also eher über die Ordergebühr.
- ING: Der Übertrag zur ING ist kostenfrei, eine Order kostet 4,90 € + 0,25 %.
- DKB: Beim DKB Depotübertrag übernimmt die Bank alle Kosten für den Übertrag.
- 1822direkt: Bis 300 € Prämie für Depoteröffnung, Sparplan und Trades, aber keine Prämie für den 1822direkt Depotübertrag selbst.
Für wen lohnt sich ein Depotübertrag mit Prämie?
Ein Depot mit Prämie ist nicht für jeden Anleger gleich attraktiv. Die Prämie ist ein Bonus — kein alleiniger Wechselgrund. Wichtig ist, dass das gesamte Leistungspaket des neuen Brokers zur eigenen Anlagestrategie passt.
- Größere Depots — ab etwa 20.000 € werden Prämienmodelle häufig spürbar attraktiver
- Langfristige Buy-&-Hold-Strategie — die Prämie wirkt besonders sinnvoll, wenn das Depot länger beim neuen Broker bleibt
- Ohnehin geplanten Brokerwechsel — dann ist die Prämie ein zusätzlicher Bonus statt Hauptgrund
- Hohe laufende Gebühren beim Altbroker — ein Wechsel kann Prämie und laufende Kostenvorteile kombinieren
- Vollständigen Depotübertrag — viele Aktionen sind bei komplettem statt geteiltem Übertrag klarer strukturiert
- Sehr kleine Depots — unter etwa 5.000 € fällt der Prämieneffekt oft wirtschaftlich kaum ins Gewicht
- Aktive Handelsstrategien — eine einmalige Prämie kann durch höhere Orderkosten schnell aufgezehrt werden
- Kurzfristige Liquiditätsplanung — während des Übertrags kann der Zugriff auf Positionen zeitweise eingeschränkt sein
- Ausländische Wertpapiere — der Übertrag ist oft komplexer und dauert teilweise deutlich länger
Depotübertrag in 6 Schritten — so geht es
Wie funktioniert ein Depotwechsel? Sie eröffnen das neue Depot und beauftragen die neue Bank mit dem Depotübertrag. Sie holt die Wertpapiere bei der alten Bank ab, mitsamt den Anschaffungsdaten. Die Schritte:
- Anbieter aus unserer Vergleichstabelle oben auswählen: Prämienbedingungen prüfen
- Depot beim neuen Broker eröffnen: Online in ca. 10 Minuten mit Video-Ident
- Sicherstellen, dass Sie prämienberechtigt sind: Neukunde, Mindestvolumen
- Depotübertrag-Formular beim neuen Broker ausfüllen: Dieser kümmert sich um alle Formalitäten
- Bis zu drei Wochen warten: So lange soll der Übertrag höchstens dauern; danach erscheinen die Wertpapiere im neuen Depot
- Prämienbedingungen einhalten: Haltefrist beachten (meist 12 Monate) und bei der Consorsbank das alte Depot schließen
Depotübertrag Kosten und Dauer: Was Sie wissen sollten
Was kostet ein Depotwechsel?
Für den Depotübertrag selbst zahlen Sie im Inland nichts. Die alte Bank darf für den Wechsel keine Gebühren berechnen; das hat der Bundesgerichtshof 2004 entschieden (Urteile XI ZR 200/03 und XI ZR 49/04). Fremdkosten sind trotzdem möglich, etwa wenn sich durch den Wechsel die Lagerstelle für ausländische Wertpapiere ändert. Die DKB übernimmt beim Übertrag zu ihr auch solche Kosten.
Wie lange dauert ein Depotübertrag?
Zur Depotübertrag Dauer gilt: Ein Depotübertrag soll innerhalb von längstens drei Wochen ausgeführt werden. Bei Überträgen über Ländergrenzen hinweg kann es länger dauern. Planen Sie Käufe und Verkäufe so, dass Sie in dieser Zeit nicht auf einzelne Positionen angewiesen sind.
Ganzes Depot oder nur einzelne Wertpapiere?
Sie können Ihr Depot übertragen oder nur einzelne Positionen. Für Prämien zählt meist nur der übertragene Wert; die Consorsbank verlangt zusätzlich die Schließung des alten Depots. Den Verlusttopf nimmt die neue Bank nur bei einem vollständigen Übertrag mit (siehe Steuern).
Depotübertrag Steuern: Was gilt beim Wechsel?
Die steuerliche Auswirkung eines Übertrags auf ein eigenes Depot ist gleich null: Das Eigentum an den Wertpapieren ändert sich nicht, nur der Verwahrer wechselt. Nach § 43a Abs. 2 EStG muss die abgebende Bank der neuen Bank „die Anschaffungsdaten mitzuteilen“.
- Depotübertrag Verlusttopf: Bei einem vollständigen Übertrag teilt die alte Bank „auf Verlangen“ die Höhe des nicht ausgeglichenen Verlusts mit (§ 43a Abs. 3 EStG). Bei einem Teilübertrag bleibt der Verlusttopf bei der alten Bank.
- Depotübertrag Einstandskurse fehlen: Kommen die Anschaffungsdaten nicht an, etwa bei Überträgen aus dem Ausland, berechnet die Bank die Steuer beim Verkauf pauschal: „nach 30 Prozent der Einnahmen aus der Veräußerung“. Reichen Sie die Kaufbelege deshalb bei der neuen Bank nach.
- Depot übertragen auf andere Person: Ein Übertrag auf ein fremdes Depot, etwa als Schenkung an Kinder, gilt steuerlich zunächst als Verkauf. Das gilt nicht, wenn Sie der Bank mitteilen, dass es sich um eine unentgeltliche Übertragung handelt. Die Bank meldet die Schenkung dann dem für sie zuständigen Betriebsstättenfinanzamt (§ 43 Abs. 1 EStG).
Steuerpflichtig können außerdem die Prämien sein:
- Bar- und Fondsprämien: In Betracht kommen sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG; diese bleiben steuerfrei, wenn sie „weniger als 256 Euro im Kalenderjahr“ betragen
- Zinsprämien (z. B. Consorsbank): Kapitalerträge mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, soweit sie den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) übersteigen
- Free Trades und günstigere Orderpreise: abhängig von der Ausgestaltung – im Zweifel Steuerberater fragen
Fazit: Depotübertrag mit Prämie richtig einordnen
Auch im September 2026 gibt es mehrere interessante Aktionen rund um den Depotübertrag. Die höchsten Summen zahlen Deutsche Bank (bis 7.500 €, befristet bis 31.12.2026), TARGOBANK und Fidelity (je bis 5.000 €); die Consorsbank lockt mit 4 % Zinsen. Weil die Prämien prozentual sind, lohnen sie sich vor allem für größere Depots. Wer langfristig sparen möchte, sollte nicht nur auf die Prämie schauen, sondern vor allem auf laufende Depot- und Orderkosten achten.
Die Wechselprämie sollte nicht isoliert bewertet werden. Entscheidend sind vor allem Handelskosten, Sparplanangebot, Nutzerfreundlichkeit, Service und die Frage, ob der Broker zur eigenen Anlagestrategie passt. Eine Prämie kann ein sinnvoller Zusatznutzen sein, sollte aber immer zusammen mit den dauerhaften Konditionen bewertet werden.
Wer ohnehin den Broker wechseln oder sein Depot wechseln will, kann aktuelle Prämienangebote sinnvoll einbeziehen. Die Depotübertragung im Inland ist kostenlos. Wie schnell er abgeschlossen ist, hängt jedoch vom bisherigen Anbieter, den Wertpapierarten und dem Einzelfall ab.
Wie wir bewerten und vergleichen
Alle Prämienangebote werden nach einem festen Kriterienkatalog bewertet. Provisionen haben keinen Einfluss auf Ranking oder Bewertung.
Wir prüfen alle Prämienkonditionen direkt auf den Anbieter-Webseiten und in den offiziellen Aktionsbedingungen. Stand wird je Anbieter dokumentiert und regelmäßig aktualisiert.
Neben der Prämie werden Depot- und Ordergebühren verglichen. Hohe Ordergebühren können eine attraktive Einstiegsprämie über kurze Zeit wieder ausgleichen.
Haltefristen, Mindestvolumen, Neukundenkriterien und Auszahlungszeitpunkte werden transparent dargestellt. Angebote mit wenig transparenten Bedingungen bewerten wir kritischer.
App-Qualität, Produktbreite (Aktien, ETFs, Fonds, Derivate), Sparplan-Angebot und Kundenservice fließen in die Gesamtbewertung ein.
