Das Wichtigste in Kürze
- Pflicht je nach Rechtsform: UG, GmbH und AG brauchen zwingend ein Geschäftskonto – das Stammkapital muss vor dem Handelsregistereintrag eingezahlt werden. Einzelunternehmer und Freiberufler sind frei, fahren mit einem eigenen Konto aber besser.
- Für Solo-Gründer oft kostenlos: Konten wie Finom Solo, Kontist Free oder Vivid Business Free Start starten bei 0 € Grundgebühr.
- Für UG & GmbH in Gründung: Qonto, FYRST und Vivid akzeptieren Gesellschaften in Gründung und stellen eine Einzahlungsbestätigung für den Notar aus.
- Worauf es ankommt: niedrige Fixkosten in der Anlaufphase, schnelle Online-Eröffnung, Teamkarten und eine saubere Buchhaltungs- bzw. DATEV-Anbindung.
Brauchen Gründer und Startups ein Geschäftskonto?
Ob ein Geschäftskonto Pflicht ist, hängt von Ihrer Rechtsform ab. Für Kapitalgesellschaften – also UG (haftungsbeschränkt), GmbH und AG – ist es faktisch zwingend: Das Stammkapital muss auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden, und ohne diesen Nachweis veranlasst der Notar keine Eintragung ins Handelsregister. Eine private oder gemischte Kontoführung ist hier rechtlich nicht zulässig, weil die Gesellschaft als juristische Person ein eigenes Vermögen führt.
Für Einzelunternehmer und Freiberufler gibt es dagegen keine gesetzliche Pflicht. Trotzdem ist ein separates Konto in fast allen Fällen sinnvoll: Viele Banken untersagen die gewerbliche Nutzung privater Girokonten in ihren AGB, und die saubere Trennung von privaten und geschäftlichen Buchungen erleichtert Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldung und eine spätere Betriebsprüfung erheblich.
Die besten Geschäftskonten für Gründer & Startups im Detail
Wir haben die für Gründer relevantesten Anbieter nach Fixkosten, Eignung für die jeweilige Rechtsform, Eröffnungsgeschwindigkeit und Buchhaltungsfunktionen bewertet. Je nach Profil – Solo-Gründer, Team-Startup oder Kapitalgesellschaft – passt ein anderes Konto.
1. Finom Solo — günstiger Einstieg für Freelancer & Einzelunternehmer
Kostenloser Solo-Tarif für Freelancer und Einzelunternehmer mit Rechnungsstellung, Cashback auf Kartenzahlungen und schneller Online-Eröffnung. Ein starker, günstiger Start in die Selbstständigkeit.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Kostenloser Einstiegstarif
- Rechnungsstellung direkt im Konto
- Cashback auf Kartenumsätze
- DATEV- & Buchhaltungsanbindung
- Eröffnung in wenigen Minuten
Nachteile
- Keine Bargeldeinzahlung
- UG & GmbH erst in höheren Tarifen
2. Qonto Starter — die Lösung für Team-Startups, UG & GmbH
Qonto Starter
Das passende Konto für Team-Startups und Kapitalgesellschaften: Qonto akzeptiert ausdrücklich Gesellschaften in Gründung und stellt die Einzahlungsbestätigung für den Notar aus – inklusive Teamkarten und DATEV-Export.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Akzeptiert UG & GmbH in Gründung
- Einzahlungsbestätigung für den Notar
- Teamkarten & Rollen
- Ausgabenlimits & DATEV-Export
- Ideal für mehrere Gründer
Nachteile
- Keine dauerhaft kostenlose Variante
- Bargeld nur über Partner
3. Vivid Business Free Start — kostenloser Einstieg auch für GmbH & UG
Vivid Business Free Start
Kostenloser Einstieg, der auch von Kapitalgesellschaften genutzt werden kann – mit Cashback auf Kartenzahlungen und Unterkonten zum getrennten Verwalten von Rücklagen. Attraktiv für budgetbewusste Gründer.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- 0 € Grundgebühr im Free-Start-Tarif
- Auch für UG & GmbH geeignet
- Cashback auf Kartenumsätze
- Unterkonten für Rücklagen
- Deutsche IBAN
Nachteile
- Bargeld eingeschränkt
- Erweiterte Funktionen kostenpflichtig
4. FYRST Base — das Gründerkonto mit Banknetz im Hintergrund
Digitales Gründerkonto einer Tochter der Deutschen Bank – mit Zugang zu einem Filial- und Bargeldnetz und dem Rückhalt einer klassischen Bank. Geeignet auch für UG und GmbH.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Kostenloser Gründertarif
- Bargeld über Bankennetz
- Für UG & GmbH geeignet
- Deutsche Bank im Hintergrund
Nachteile
- Eröffnung dauert länger als bei Fintechs
- Weniger Buchhaltungs-Automatik
5. Holvi — stark bei Rechnungen und Buchhaltung
Holvi
Auf Selbstständige mit Rechnungsbedarf zugeschnitten: Rechnungstool und Buchhaltung sind direkt ins Konto integriert. Praktisch für Freiberufler und Einzelunternehmer mit vielen Rechnungen.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Rechnungen & Buchhaltung integriert
- Gut für Freiberufler
- Einfache Bedienung
- Kostenloser Einstiegstarif
Nachteile
- Für Kapitalgesellschaften nur eingeschränkt
- Bargeld eingeschränkt
6. Kontist Free — für Solo-Selbstständige mit Fokus auf Steuern
Kontist Free
Solo-Konto mit automatischer Steuerrücklage und Echtzeit-Steuerschätzung – ideal für Einzelunternehmer und Freelancer. Für UG und GmbH ist Kontist nicht vorgesehen.
Jetzt eröffnen →Vorteile
- Automatische Steuerrücklage
- Echtzeit-Steuerschätzung
- Kostenloser Tarif
- Schnelle Online-Eröffnung
Nachteile
- Nicht für UG & GmbH
- Keine Bargeldeinzahlung
Geschäftskonto vor oder nach der Gründung eröffnen?
Bei einer UG oder GmbH liegt die Kontoeröffnung zeitlich vor der eigentlichen Gründung: Nach der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrags eröffnen Sie ein Konto für die Gesellschaft „in Gründung" (Zusatz „i.G."). Erst auf dieses Konto wird das Stammkapital eingezahlt. Mit der Einzahlungsbestätigung der Bank meldet der Notar die Gesellschaft zur Eintragung ins Handelsregister an. Nach der Eintragung wird das Konto auf die endgültige Firmierung umgestellt.
Als Einzelunternehmer oder Freiberufler sind Sie flexibler: Sie können das Geschäftskonto parallel zur Gewerbeanmeldung oder unmittelbar nach Aufnahme der Tätigkeit eröffnen. Ein Vorlauf ist hier nicht nötig, weil kein Stammkapital nachzuweisen ist.
Das passende Geschäftskonto nach Rechtsform
Welches Konto infrage kommt, hängt stark von Ihrer Rechtsform ab – vor allem bei Gesellschaften in Gründung gelten besondere Anforderungen.
UG (haftungsbeschränkt) in Gründung
Die UG benötigt ein Geschäftskonto, auf das die Stammeinlage eingezahlt wird. Das Mindeststammkapital beträgt 1 € pro Gesellschafter, in der Praxis ist ein höherer Betrag üblich, um die Anlaufkosten zu decken. Das Konto wird zunächst auf die „UG i.G." eröffnet; die Bank stellt die Einzahlungsbestätigung für den Notar aus. Geeignet sind Anbieter wie Qonto, FYRST und Vivid.
GmbH in Gründung
Bei der GmbH beträgt das Mindeststammkapital 25.000 €, von dem bei der Gründung mindestens 12.500 € eingezahlt werden müssen. Auch hier läuft die Einzahlung über das Konto der „GmbH i.G.". Wegen der höheren Beträge und der Prüfungen sollten Sie etwas Vorlauf einplanen. Achten Sie auf einen Anbieter, der juristische Personen und Gesellschaften in Gründung sauber unterstützt.
Einzelunternehmen & Freiberufler
Hier genügt ein einfaches Geschäfts- bzw. Geschäftsgirokonto ohne Stammkapital-Thematik. Wichtig sind niedrige Fixkosten und gute Buchhaltungsfunktionen. Konten wie Finom Solo, Kontist Free oder Holvi sind dafür gut geeignet. Mehr dazu auf unserer Seite Girokonto für Selbstständige und Freiberufler.
GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
Gründen mehrere Personen gemeinsam eine GbR, ist ein gemeinschaftliches Geschäftskonto sinnvoll, auf das alle Gesellschafter Zugriff haben. Zur Eröffnung werden in der Regel der GbR-Vertrag und die Ausweise aller Gesellschafter benötigt. Anbieter mit Teamfunktionen wie Qonto sind hier praktisch.
Worauf Startups bei der Kontowahl achten sollten
Startups haben andere Prioritäten als etablierte Unternehmen. Diese Punkte sind in der Gründungsphase besonders wichtig:
- Niedrige Fixkosten: in der Anlaufphase zählt jeder Euro – Konten ab 0 € Grundgebühr schonen die Liquidität
- Schnelle Online-Eröffnung: Video- oder Foto-Ident statt Filialtermin
- Teamkarten & Rollen: für Mitgründer und erste Mitarbeitende
- Buchhaltung & DATEV: spart Zeit und Steuerberaterkosten
- Eignung für die Rechtsform: insbesondere UG/GmbH in Gründung
- Bargeld: viele Neo-Banken bieten keine oder nur kostenpflichtige Bareinzahlung
- Transaktionslimits: Buchungen über dem Freikontingent kosten extra
- Förderkredite: für KfW-Mittel ist teils eine Hausbank nötig
- Unterkonten: hilfreich, um Steuerrücklagen zu trennen
- Skalierbarkeit: lässt sich der Tarif mit dem Team mitwachsen?
Wer Förderung plant, sollte das Konto frühzeitig mitdenken: Für viele Programme der Gründungs- und KfW-Finanzierung wird die Auszahlung über eine Hausbank abgewickelt. Ein reines Neo-Bank-Konto schließt Förderung nicht aus, kann aber ein zweites Konto bei einer klassischen Bank nötig machen.
Was kostet ein Geschäftskonto für Gründer?
Die Grundgebühr ist nur ein Teil der Rechnung. Für Gründer kommt es auf die Gesamtkosten im realen Nutzungsprofil an. Diese Posten werden häufig übersehen:
Solo-Gründer fahren mit einem kostenlosen Tarif meist gut. Sobald Team, Buchungsvolumen und Bargeldbedarf steigen, lohnt sich der Blick auf einen Tarif mit höherem Freikontingent. Die Kontoführungsgebühren sind übrigens vollständig als Betriebsausgabe absetzbar – mehr dazu unter Geschäftskonto-Kosten absetzen.
Geschäftskonto eröffnen: Ablauf & Checkliste
Bei digitalen Anbietern läuft die Eröffnung in wenigen Schritten ab:
- Anbieter & Tarif wählen: oben in der Tabelle nach Rechtsform und Anforderungen filtern.
- Online-Antrag ausfüllen: Name, Adresse, Unternehmensform und Steuernummer angeben.
- Per Video- oder Foto-Ident legitimieren: Personalausweis bereithalten – dauert meist nur wenige Minuten.
- Bei UG & GmbH: Gesellschaftsvertrag und – nach Eintragung – den Handelsregisterauszug hochladen.
- IBAN erhalten: bei Einzelunternehmern oft in 10–30 Minuten, bei Kapitalgesellschaften meist einige Werktage.
Fazit: Welches Konto für welche Gründung?
Es gibt nicht das eine beste Gründerkonto, sondern das passende für Ihr Profil. Solo-Gründer und Freelancer starten günstig mit Finom Solo, Kontist Free oder Holvi. Team-Startups sowie UG und GmbH – besonders in Gründung – sind mit Qonto, FYRST oder Vivid gut bedient, weil diese Gesellschaften in Gründung akzeptieren und Teamfunktionen bieten. Entscheidend sind niedrige Fixkosten in der Anlaufphase, eine schnelle Eröffnung und eine saubere Buchhaltungsanbindung.
Vergleichen Sie vor dem Abschluss die Gesamtkosten in Ihrem realen Nutzungsprofil – am einfachsten mit unserem Geschäftskonto-Vergleich inklusive Kostenrechner.